Die Steinzeitquelle von Kermore
( Pontivy - source préhistorique
fontaine de Kermore )
Die prähistorische Quelle befindet sich im
Morbihan, in der Nähe der Stadt Pontivy. Auf der D 782 von Pontivy nach Guemene
ist 12 km nach Pontivy die Abzweigung, die zum Gehöft von Kermore
führt. GPS: Kermore Position: 48 05 23,7 N - 03 05
20,8 W
Lageplan: siehe unten
Die Besonderheit von Kermore besteht im wesentlichen darin, dass in der
Jungsteinzeit eine Quelle mit Megalithen umbaut wurde. Es handelt sich dabei
nicht um eine einfache Einfassung, sondern um mehrere massive Steinblöcke, die
mit großer Präzision ineinander verkeilt wurden. Dadurch entstandenen drei
Bassins, in denen sich das Wasser sammelt.
Die zur Umbauung benutzen Megalithen haben ein Gewicht von bis zu 6 Tonnen und
sind so in einander gefügt, dass die Abstände nur wenige Millimeter betragen.
Der "Herzstein" weist Bearbeitungsspuren auf und hat eine geglättete Oberfläche.
Der "Deckstein" liegt auf einer Schichtung aus Lehm und Steinen. Er wiegt etwa 45
Tonnen. Er weist ein große Höhlung auf, die ein Dach über dem Ursprung der
Quelle bildet.
Den Abschluss der historischen Quellenanlage bildet
eine senkrecht gestellte, rechteckige Steinplatte von etwa 0,8t Gewicht.
Dieser Stein befindet sich in einer statischen Situation die ein Umkippen
gerade zu heraus fordert. Dass dieser Stein sich immer noch in der
Senkrechten befindet ist auf ein sehr präzise angelegte Verkeilung mit
seinen Basissteinen zurück zu führen.
Im nachfolgenden, größten Becken der Anlage liegt
ein Megalith, mit einer überaus merkwürdigen Form. Er wurde so behauen, dass
die Seitenfläche eine Stufe von ca. 20 cm aufweist. Allein dafür war ein
erheblicher Arbeitsaufwand notwendig. Auch an den Seiten sind deutliche
Bearbeitungsspuren erkennbar.
Die Form des Steins ist überaus mysteriös.
Vermutlich stand dieser Stein früher aufrecht. Bruchstücke unter dem
Megalithen, lassen den Schluss zu, dass der Stein gewaltsam umgekippt wurde.
Neben dem eigenartig geformten Stein befindet sich ein weiterer großer
Stein, dessen Oberfläche ebenfalls Bearbeitungsspuren aufweist. Es sind zwei
kleine Schalen sowie einige "Rinnen" aus dem Fels gearbeitet.
Die Steinzeitquelle von Kermore wurde bisher
keiner bekannten Kategorie zugeordnet. Es steht fest, dass es sich nicht
um einen Dolmen oder einen Tumulus handelt. Anhand der Bauweise wird ein Alter
von 4000 bis 8000 Jahren angenommen.
Wie an vielen anderen Megalithbauwerken ist auch an der Steinzeitquelle von
Kermore das Bestreben anderer Religionen, die alten Heiligtümer zu verändern
oder zu integrieren, nicht spurlos vorüber gegangen.
So wie auf Menhire Kreuze aufgesetzt wurden, oder Tumuli mit Kapellen "gekrönt"
wurden, so wurde der Steinzeitquelle von Kermore im wahrsten Sinne des Wortes
"das Wasser abgegraben".
Etwa 7 Meter von der linken Seite des Steinzeitmonuments entfernt und einen
Meter tiefer befindet sich ein weiterer Abfluss der Quelle, der in jüngerer Zeit
gegraben wurde. Diese "untere Quelle" diente zur
Trinkwasserversorgung des Gehöfts von Kermore und der Mühle von Kermore. Die
Granitumfassung des Brunnens ist etwa 300 Jahre alt, die "Steinpyramide"
unmittelbar darüber wurde erst 1960 Jahren gebaut.
Ein weiterer, ebenfalls erst im vorigen Jahrhundert gegrabener Abfluss der
Quelle befindet sich oberhalb des Steinzeitmonuments in nordwestlicher Richtung, etwa 25 Meter entfernt. Das Wasser dieser Quelle diente zur Tränkung des
Viehs auf der nahe gelegenen Weide.
Der ursprüngliche Wasserfluss der
Steinzeitquelle entsprach also dem eines kleinen Baches. Da das Niveau der
Steinzeitquelle mehr als einen Meter unter dem gegenwärtigen Grundwasserspiegel
liegt, dürfte die Quelle immer ausreichend Wasser geführt haben. Es ist gut
vorstellbar, dass das Megalithbauwerk der rituellen Verehrung des Wassers
diente.