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Region Pontivy

Die Megalithquelle von Kermore

la fontaine de Kermore

Teil 2

 

www.Morbihan.Info  (francais)

 www.Brittany.Eu (english)

 

 


Die Steinzeitquelle von Kermore  

( Pontivy  - source préhistorique

fontaine de Kermore )

 

Die prähistorische Quelle befindet sich im Morbihan, in der Nähe der Stadt Pontivy. Auf der D 782 von Pontivy nach Guemene ist 12 km nach Pontivy die Abzweigung, die zum Gehöft von Kermore führt. GPS: Kermore  Position:  48  05  23,7  N   -  03  05  20,8  W

Lageplan: siehe unten



Die Besonderheit von Kermore besteht im wesentlichen darin, dass in der Jungsteinzeit eine Quelle mit Megalithen umbaut wurde. Es handelt sich dabei nicht um eine einfache Einfassung, sondern um mehrere massive Steinblöcke, die mit großer Präzision ineinander verkeilt wurden. Dadurch entstandenen drei Bassins, in denen sich das Wasser sammelt.

Die zur Umbauung benutzen Megalithen haben ein Gewicht von bis zu 6 Tonnen und sind so in einander gefügt, dass die Abstände nur wenige Millimeter betragen.
Der "Herzstein" weist Bearbeitungsspuren auf und hat eine geglättete Oberfläche. Der "Deckstein" liegt auf einer Schichtung aus Lehm und Steinen. Er wiegt etwa 45 Tonnen. Er weist ein große Höhlung auf, die ein Dach über dem Ursprung der Quelle bildet.

Den Abschluss der historischen Quellenanlage bildet eine senkrecht gestellte, rechteckige Steinplatte von etwa 0,8t Gewicht. Dieser Stein befindet sich in einer statischen Situation die ein Umkippen gerade zu heraus fordert. Dass dieser Stein sich immer noch in der Senkrechten befindet ist auf ein sehr präzise angelegte Verkeilung mit seinen Basissteinen zurück zu führen.

Im nachfolgenden, größten Becken der Anlage liegt ein Megalith, mit einer überaus merkwürdigen Form. Er wurde so behauen, dass die Seitenfläche eine Stufe von ca. 20 cm aufweist. Allein dafür war ein erheblicher Arbeitsaufwand notwendig. Auch an den Seiten sind deutliche Bearbeitungsspuren erkennbar.

Die Form des Steins ist überaus mysteriös. Vermutlich stand dieser Stein früher aufrecht. Bruchstücke unter dem Megalithen, lassen den Schluss zu, dass der Stein gewaltsam umgekippt wurde. Neben dem eigenartig geformten Stein  befindet sich ein weiterer großer Stein, dessen Oberfläche ebenfalls Bearbeitungsspuren aufweist. Es sind zwei kleine Schalen sowie einige "Rinnen" aus dem Fels gearbeitet.

Die Steinzeitquelle von Kermore wurde bisher keiner bekannten Kategorie zugeordnet. Es steht fest, dass es sich nicht um einen Dolmen oder einen Tumulus handelt. Anhand der Bauweise wird ein Alter von 4000 bis 8000 Jahren angenommen.

Wie an vielen anderen Megalithbauwerken ist auch an der Steinzeitquelle von Kermore das Bestreben anderer Religionen, die alten Heiligtümer zu verändern oder zu integrieren, nicht spurlos vorüber gegangen. So wie auf Menhire Kreuze aufgesetzt wurden, oder Tumuli mit Kapellen "gekrönt" wurden, so wurde der Steinzeitquelle von Kermore im wahrsten Sinne des Wortes "das Wasser abgegraben".

Etwa 7 Meter von der linken Seite des Steinzeitmonuments entfernt und einen Meter tiefer befindet sich ein weiterer Abfluss der Quelle, der in jüngerer Zeit gegraben wurde. Diese "untere Quelle" diente zur Trinkwasserversorgung des Gehöfts von Kermore und der Mühle von Kermore. Die Granitumfassung des Brunnens ist etwa 300 Jahre alt, die "Steinpyramide" unmittelbar darüber wurde erst 1960 Jahren gebaut.

Ein weiterer, ebenfalls erst im vorigen Jahrhundert gegrabener Abfluss der Quelle befindet sich oberhalb des Steinzeitmonuments in nordwestlicher Richtung, etwa 25 Meter entfernt. Das Wasser dieser Quelle diente zur Tränkung des Viehs auf der nahe gelegenen Weide.

Der ursprüngliche Wasserfluss der Steinzeitquelle entsprach also dem eines kleinen Baches. Da das Niveau der Steinzeitquelle mehr als einen Meter unter dem gegenwärtigen Grundwasserspiegel liegt, dürfte die Quelle immer ausreichend Wasser geführt haben. Es ist gut vorstellbar, dass das Megalithbauwerk der rituellen Verehrung des Wassers diente.

 

Eine senkrecht stehende, rechteckige  Steinplatte bildet den Abschluss der Bassins.

Ein äußerst merkwürdig geformter Megalith, der im unteren Drittel eine Stufe aufweist.

Neben dem mysteriösen Megalithen befindet sich ein unbehauener Stein mit zwei Schalen und einigen "Rinnen" .

Die Schalen, sowie der Megalith befinden sich auf dem Boden des Bassins. Sie sind normalerweise mit Wasser bedeckt.

 

 

 

 

 

 

Die Schalensteine von Kermore

(Pierres à écuelles)

 

In der Nähe der Megalithquelle von Kermore befindet sich ein besonders auffälliger und sehr schön gearbeiteten Schalenstein. Die auf der Spitze eines kleinen Berges aus dem Stein herausgearbeitet Schale hat einen Durch-messer von 18 cm und eine Tiefe von 8 cm.

Neben dem Schalenstein ist ein rechteckiges Becken von 180 x 90. Es ist 25 cm tief. 

Schalenstein von Kermore

 

 

Das Becken neben der Schale, sowie die Abflussrinne der Schale legen den Schluss nahe, dass es sich um einen Opferstein handelt.

 

 

Etwa 2 m entfernt befindet sich ein weiterer kleinerer Schalenstein. Seine Höhlung ist unregelmäßig und hat einen Durchmesser von 7 cm. Die Tiefe beträgt 5 cm.

 

kleiner Schalenstein auf dem Gehöft von Kermore, Morbihan,

 

 

Unweit der Megalithquelle von Kermore, auf der anderen Seite des Baches Fretu, befindet sich eine weitere Anordnung großer Steine, die menschliche Bearbeitungsspuren aufweisen. (Auf dem Plan als "Megalithes" gekennzeichnet)

 

Gesprengter Felsen. Deutlich erkennbar ist das Bohrloch das zum Einfüllen des Sprengstoffes diente.

 

Ein Teil der mysteriösen Felsformation wurde durch mindestens zwei Sprengungen zerstört. Der Spalt in der Mitte des Bildes zeigt das Bohrloch. (siehe auch linkes Bild) Da die abgesprengten Bruchstücke nicht abtransportiert wurden, wurde die Sprengung nicht zur Gewinnung von Baumaterial durch geführt. Die Megalithen behinderten auch keine Straßenführung. Der Grund für die doch recht aufwendigen Sprengungen bleibt daher mysteriös.

 

rechtwinklige Grube die von Steinen umrahmt wird

Rechtwinklige Grube die von Steinen umrahmt wird

 

 Der Holzmann, ein zwischen die Megalithen eingeklemmter Baum

Der Holzmann, ein zwischen die Megalithen eingeklemmter Baum

Megalith mit Kerbe zur Seilführung

In der Mitte des tonnenschweren Blocks ist eine Kerbe, die zur Führung eines Seils gedient hat. Nach einer anderen Theorie, ist es die Vorbereitung des Felsblocks zu seiner  Teilung.

   

    seitliche Ansicht der Megalithgruppe

Seitliche Ansicht der Megalithgruppe. In einer der Spalten steht der "Holzmann" , ein abgestorbener Baum, der zwischen die Megalithen eingeklemmt ist.

Steinblock mit Seil - Rille

Steinblock mit Seilrille oder Teilungsrille

 

In südöstlicher Richtung auf der anderen Seite des Baches Fretu und von der Steinzeitquelle etwa 80 m entfernt, befindet sich eine weitere Gruppe von Megalithen. Auch diese  schweren Steinblöcke weisen menschliche Bearbeitungsspuren auf. Bei zwei Megalithen sind die typischen Rillen zur Befestigung von Seilen erkennbar.

Auf der linken Seite der Megalithblöcke sind verhältnismäßig kleine, ca. 100  kg schwere Steine um eine rechtwinklig angelegte Grube angeordnet. Die Grube ist etwa 10 m lang und 6 m breit.

Ein Teil der Megalithformation wurde durch mindestens zwei Sprengungen zerstört. Die Bohrlöcher für die Sprengungen sind noch deutlich erkennbar. Da die Bohrlöcher selbst nur sehr wenig beschädigt wurden, kann auf eine Sprengung mit Schwarzpulver geschlossen werden. Auch eine "Sprengung" mit Wasser - Eis oder Essig wäre denkbar.  Da die abgesprengten Bruchstücke nicht abtransportiert wurde, kann eine Sprengung zur Gewinnung von Baumaterial ausgeschlossen werden. Die Megalithen behinderten auch keine Straßenführung. Der Grund für die doch recht aufwendigen Sprengungen bleibt daher mysteriös. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass im Mittelalter die Megalithen als heidnische Relikte betrachtet wurden. Trotz der Sprengungen imponieren die Megalithen durch ihre Form und Größe. Wer die Steinzeitquelle von Kermore besucht, sollte sich die Zeit nehmen auch die Megalithen zu besuchen. 

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die über 300 Jahre alte Eiche von Kermore. Sie steht neben dem Parkplatz für die Besucher der Steinzeitquelle.


le chêne de Kermore,
Hochgeladen von lafontainetv. - Kunst und Animation Videos.

 

 

Eiche von Kermore,

Die 300 Jahre alte Eiche von Kermore, ist ebenfalls eine Sehenswürdigkeit die sich auf dem parkartigen Gelände 

Eiche von Kermore,

Der Stammumfang der Eiche beträgt 9 Meter.

 Die Höhe 29 Meter

 

Eiche von Kermore im Winter

Kermore - Eiche

 

Lageplan der Steinzeitquelle von Kermore / Morbihan

 

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Region Pontivy    Die Megalithquelle von Kermore   Teil 3

 

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Stand: 22.09.11     Triskil