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Immobilienkauf in der Bretagne
Die Situation im Immobilienbereich hat sich in den
letzten Jahren grundlegend geändert. Die Bretagne, vor 10
Jahren noch ein Geheimtipp wo für 100 000 DM ein Bauernhof
gekauft werden konnte, erlebt zur Zeit einen Boom der zu aberwitzigen Preisen geführt hat. Es gibt Objekte, deren Preis
sich innerhalb eines Jahres verdoppelt hat. Der
Traum von der eigenen Mühle, dem unverbaubaren Meeresblick, Teichen in Hausnähe oder einem idyllischen Bauernhof ist teuer geworden.
Schöne Objekte nähern sich den Preisen, die man aus Deutschland
kennt. Relativ gering ist der Preisanstieg bei den kleinen
Häusern in Dörfern; aber wer zieht in die Bretagne, um dann an
einer verkehrsreichen Dorfstraße zu wohnen. Und, der Boom
treibt auch schon skurrile Blüten: halbverfallene Scheunen werden als ausbaufähig (aménageable) angepriesen, mag der
Käufer dann selbst herausfinden, ob er wirklich darin wohnen
kann. Es ist durchaus sinnvoll, beim Kauf einer Immobilie 10
bis 20 % des Kaufpreises zusätzlich als „Risikokapital" bereit
zu halten. Unerwartete Probleme bei der Renovierung oder
rechtliche Auseinandersetzungen sind leider nicht selten. (Siehe
auch: Dokumentation eine Mobbingfalles in der Bretagne
www.ich-wehre-mich.de )
In vielen Reisebeschreibungen findet man Hinweise auf den
besonderen, durch die Landschaft geprägten bretonischen
Charakter. Diese übertriebenen, oft romantisch verklärten
Beschreibungen sind genauso zutreffend wie die sattsam
bekannten Schilderungen über den typischen Bayern, Berliner oder Ostfriesen. Aktuell kann man einen wachsenden Unmut
der Bretonen gegen die Überfremdung feststellen. Kleine,
verträumte Bauerndörfer müssen plötzlich mit einem Anteil von
bis zu 15 % aus England stammenden Bürgern zurecht kommen. Der Anteil der Deutschen liegt unter
einem Prozent, die zudem bemüht sind sich zu assimilieren, so
dass kaum Konflikte entstehen. Da nicht jeder „Einwanderer"
Rentner ist, wird die in der Bretagne immer schon gespannte
Situation auf dem Arbeitsmarkt durch zusätzliche Arbeitssuchende belastet. Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt des
Immobilienbooms ist die deutlich gestiegene Zahl der
Ferienwohnungen, während sich gleichzeitig die Zahl der Touristen verringert hat. In den Jahren 2000 und 2001 waren es
jeweils 10 - 15 % weniger Touristen. 2002 hat es bei der
Vermietung von Ferienwohnungen dramatische Einbrüche gegeben;
vermutlich wird die prozentuale Reduktion dieses Jahr noch
höher ausfallen. Beim Kauf einer Immobilie bereits deren
Vermietung mit einzuplanen ist gegenwärtig nicht zu empfehlen;
insbesondere bei Objekten im Landesinnern ist die Vermietung
schwierig.
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Angebot aus privater Hand: Traumlage, unverbaubarer Meeresblick,
unmittelbare Strandnähe, sehr ruhig, ungewöhnliches und absolut seltenes
Objekt.
Die Realität: Schwarzbau unmittelbar am Strand. Bau bereits vor
Jahrzehnten von den Behörden eingestellt. Das Objekt muss abgerissen
werden. Auf dem Grundstück darf nicht einmal ein Wohnwagen abgestellt
werden. Wer bei einem solchen Objekt eine private Anzahlung
geleistet hat, wird wohl bei der Realisierung ebenso viel Glück haben,
wie der Schrotthändler dem (angeblich) den Eiffelturm angedreht worden
war. |
Natürlich gibt es immer noch sehr schöne und wenn die Zeit zum Suchen
vorhanden ist, auch preiswerte Objekte. Wer die Preise aus Deutschland
gewöhnt ist, wird natürlich erstaunt sein, wenn ein brauchbares Haus mit
großzügigem Garten, für 150 000 Euro angeboten wird, oder 1 ha Wald nur 5
000 Euro kostet. Die schiere Größe von Grundbesitz imponiert zunächst und
verleitet zum Kauf von "Ländereien" .
Oft können bei alten Bauernhöfen
zugehörige Parzellen mit mehreren Hektaren gekauft werden. Erst nach ein
paar Jahren merkt man dann, dass die Bewirtschaftung einen enormen
Arbeitsaufwand bedeutet und landwirtschaftliche Kenntnisse voraussetzt.
Letztendlich sollte immer auf die Lage geachtet werden, gemäß der alten
Maklerweisheit. Lage, Lage, Lage!
Denn alles andere kann geändert werden. |
| Traumobjekt - oder
Alptraum? Ruinen finden sich
bei vielen Angeboten so ganz "nebenbei" auf dem Grundstück. Wenn kein Asbest
(meist für das Dach) verwendet wurde und die "Ruine" mit im Katasterplan
ist, kann das ein besonderes Schnäppchen sein. Nach der Renovation entpuppen
sich viele Ruinen als zauberhafte Häuschen. |
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Renoviertes Bauernhaus, mit (genehmigungsfreiem)
Wintergarten in der Größe von ca. 20 qm.
Wer sich eine Immobilie in der Bretagne kauft, tut dies
meist in den wärmeren Jahreszeiten. Tatsächlich gibt es auch so etwas
wie einen bretonischen Winter. Dies sollte hinsichtlich der Zufahrt zum
Haus, den Installationen, der Isolation und den Heizmöglichkeiten
bedacht werden.
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