Die Bretagne wäre mit ihren
zahlreichen Teichen und Seen prädestiniert für die Fischzucht. Leider wird
diese solide Erzeugung von Eiweiß durch Probleme mit der Wasserqualität
eingeschränkt.
Landwirte und Angler befinden sich, wie
überall, im
Interessenkonflikt mit den Teichwirten. Die kleinste Gruppe hat
dementsprechend das Nachsehen. Vom Kauf einer Fischzucht oder
Ähnlichem ist deshalb abzuraten.
Da die
Bretagne als Halbinsel in den Atlantik ragt, ist kein Ort mehr als 80 km vom
Meer entfernt. Der Verkauf von Süßwasserspeisefischen, wie etwa
Forellen, ist durch das reichhaltige Angebot von Meeresfischen von
vornherein nicht besonders lukrativ.
Bereits die Anlage eines Zierteiches wird
gegenwärtig mit zahlreichen Restriktionen belegt, so dass die Freude am
eigenen Teich schon vor dessen Entstehung deutlich getrübt ist.
Persönlich musste ich die Erfahrung machen,
dass, obwohl mir von einem Notar versichert worden war, dass "alles in
Ordnung ist", die Wasserbehörde mit recht eigenartigen Argumenten meine
Teiche schließen wollte. Erst durch ein Gutachten, dem Einsatz eines Anwalts
und Vorsprache bei einem Abgeordneten konnte ich meine Teiche behalten.
Da es im Winter in der Bretagne kaum zu einer
dicken Eisschicht kommt, können je nach Größe des jeweiligen Gartenteiches Shibuking oder Koikarpfen problemlos gehalten werden.
Lassen Sie sich nicht von den
Mondpreisen für
Koikarpfen beeindrucken. Der Koi ist nur ein farbiger Karpfen und wenn Sie
als Privatmann mal einen Koi für 500 Euro verkaufen können, dann ist das
nicht nur die Ausnahme, sondern ein wirklich seltener Glücksfall.
Bild links
großer Koi, der allerdings aufgrund der
wenig abgegrenzten Farbbezirke keinen besonders hohen Wert besitzt
Ein meist gern gesehener "Schädling":
der Eisvogel.
Dieser "fliegende Edelstein" frisst kleine Fische, wird aber an den
meisten Teichanlagen geduldet.
In Deutschland ist der Eisvogel streng geschützt
Die Idylle eines Teiches ist mit reichlich Arbeit verbunden.
Damit die Seerosen im Sommer schön blühen, muss ein geeigneter Untergrund
geschaffen werden. Auf Sand ist mit den hoch gezüchteten, aber meist
besonders schönen Exemplaren nicht viel los. Seerosen lieben Dünger und
lehmige Untergründe.
Verschiedene Wassertiere haben Seerosen zum
Fressen gern. Z.B. die in der Bretagne weit verbreiteten Ragondine.
Wer erfolgreich Fische züchten will, wird einige Male in den Matsch müssen.
Optimale Ergebnisse lassen sich nur erzielen, wenn alle 2-3 Jahre das Wasser
vollständig abgelassen wird, um die Fische zu selektieren.
Vorzugsweise wird im Herbst oder im Frühjahr
abgelassen. Das Wasser ist dann kalt genug bzw. die Epidermis der Fische ist
ausreichend widerstandsfähig. Karpfen sind relativ unempfindlich
hinsichtlich der Schmutzkonzentrationen im Wasser. Bei Forellen muss für
einen entsprechenden Zulauf an sauberem Wasser während des Abfischens
gesorgt werden.
Störzucht könnte ein Geheimtipp sein.
Der Fisch kann
mittlerweile in Zuchtbecken und Teichen gehalten und vermehrt werden. Das Problem mit
der Fütterung wurde durch sog. "Futtertische" gelöst. Teilweise kann der
Fisch vegetarisch, d.h. mit Getreideschrot ernährt werden.
Je wärmer das
Wasser, desto schneller wachsen die Störe. In der Gegend von Bordeaux gibt
es sehr viele Zuchten die sich auf Stör spezialisiert haben. Klar, dass beim
Stichwort "selbst gezüchteter Kaviar" die Gourmets hellhörig werden.
Der
Stör kann einige Meter lang werden und ein biblisches Alter erreichen. Auf
keinen Fall sollte man ältere Störe in Becken unter einer Million Liter halten.
Anfängern werden oft die wesentlich
kleineren Sterlets als Störe angedreht. Ein Preis von 6 bis 10 Euro pro Stör
in der Größe von 15 cm ist bei kleineren Stückzahlen üblich. Viele weibliche
Störe sind sterilisiert um eine Nachzucht zu verhindern.
Da die jungen Störe sehr
leicht gefangen bzw. gefressen werden kann der Besatz ganz schön ins Geld
gehen bis sich brauchbare Ergebnisse abzeichnen.
Fischreiher und Kormorane
Die jungen Störe nehmen manchmal die Nahrung an der Oberfläche dadurch auf,
dass sie mit dem Bauch nach oben schwimmen.
So werden sie eine leichte Beute
für Fischreiher, von denen es eine ganze Menge in der Bretagne gibt.
Einzige wirkliche Abhilfe gegen Reiher und
Kormorane sind kräftige Netze oder Drahtgitter. Unschöner Nebeneffekt: der
Teich erinnert an den Innenhof von Alcatraz.
Eine
der übelsten Erscheinungen im Nutzteich ist der
Katzenfisch - Katzenwels - Zwergwels
wo er
auftaucht, verbreitet er bei Fischzüchtern und Anglern Schrecken. Er ist ein
gefürchteter Laichräuber und frisst buchstäblich alles was in sein großes
Maul passt.
Ist er erst mal in einem Teich, dann
kann er nur mit erheblichem Aufwand wieder entfernt werden: Wasser ablassen
und vollständig austrocknen, eventuell auch kalken. (Wenn erlaubt !)
Das Fangen mit Fallen ist aufwändig und
verspricht keinen hundertprozentigen Erfolg. Besatz mit Black Bass kann
helfen. Aber der Besatz mit diesem "catfish-killer" ist problematisch und
muss ebenfalls genehmigt werden.
Angler hassen den Katzenwels, weil er
praktisch jeden Köder schluckt, bis hin zu Fischen in der Größe von 12 cm.
Wer einmal einen ganzen Nachmittag nur
Katzenwelse an der Angel hatte wird verstehen was ich meine...
Einkehlige Reuse mit kleiner
Einschwimmöffnung, geeignet für Köderfische bis 15cm.
Bei entsprechender Beköderung können mit
dieser Falle auch Katzenwelse gefangen werden.
Zweikehlige Fischreuse für größere Fische
(bis zu 50 cm Länge), auch geeignet zum Fang von Bisamratten (Fa.
Nereter)
Die Reuse kann mit und ohne Köder ins
Wasser gelegt werden.
Zum Fang von Bisamratten Äste und Zweige
vor und über der Reuse anbringen, damit der Bisam gezwungen ist abzutauchen
und so in die Falle gelangt.
Falle zum Fang von Schädlingen außerhalb
des Wassers wie etwa Ratten, die ganz erhebliche Schäden bei einer
Fischzucht verursachen können.
Fallen bei denen Tiere unverletzt
gefangen werden sind sog. Schlagfallen oder Schlageisen vorzuziehen, da
nicht jedes gefangene Tier ein Schädling ist.
Im Bild ist ein Igel, dem das
Katzenfutter in der Falle offensichtlich sehr gut geschmeckt hat. Er kommt
regelmäßig vorbei und lässt sich fangen.
Plastiktonnen (500 l) für kleinere Fische.
Über die oben verlaufenden Schläuche
wird ständig frisches Wasser zugeführt.